Katzengetestet

AniFit Katzenfutter im Test

AniFit ist ein Nassfutter mit sehr hohem Fleischanteil, angeboten von der Provital GmbH in Taufkirchen. Die Deklaration ist offen: Die Fleischsorten stehen mit Prozentangaben da, künstliche Vitamine fehlen bewusst, Trockenfutter gibt es nicht. Das passt für gesunde erwachsene Katzen und für Tiere mit Unverträglichkeiten. Bei Nierenerkrankung, Übergewicht oder wenn du gezielt supplementieren willst, ist es die falsche Wahl.

Wie gut ist es wirklich – und für welche Katzen passt es (meiner Meinung nach) am besten?

Wer sich mit artgerechter Katzenfütterung beschäftigt, stolpert irgendwann über AniFit. Das Versprechen auf der Packung ist groß: sehr viel Fleisch, keine Nebenerzeugnisse, keine Lockstoffe. Solche Sätze stehen auf vielen Dosen. Interessant wird es erst, wenn man sie mit der Deklaration abgleicht – und genau das habe ich für diesen AniFit-Test gemacht.

Wer steht hinter AniFit?

Diese Frage kommt oft, und sie lässt sich kurz beantworten: Anbieter ist laut Impressum die Provital GmbH mit Sitz in Taufkirchen bei München. Vertrieben wird überwiegend direkt, nicht über den klassischen Zoofachhandel.

Zum Produktionsort kursieren im Netz verschiedene Angaben. Ich habe dazu keine belastbare Aussage des Herstellers gefunden und lasse den Punkt deshalb offen. Für die Frage, ob das Futter zu deiner Katze passt, ist er ohnehin zweitrangig – die Deklaration sagt mehr als das Herkunftsland.

Was steht in der Deklaration von AniFit Katzenfutter?

Laut Hersteller setzt AniFit auf folgende Prinzipien:

  • Frischfleischnahrung mit 90 bis 99 % Fleisch, je nach Sorte
  • Keine tierischen oder pflanzlichen Nebenerzeugnisse
  • Frei von Farbstoffen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln
  • Keine künstlichen Vitamine – die Nährstoffe sollen aus den Zutaten selbst kommen
  • Monoprotein-Sorten und spezielle Varianten für sensible Katzen

Das ist eine offene Deklaration: Es steht dort, welches Fleisch mit welchem Anteil drin ist, statt einer Sammelangabe wie „tierische Nebenerzeugnisse“. Wer schon einmal versucht hat, aus einer geschlossenen Deklaration herauszulesen, was tatsächlich im Napf landet, weiß, was dieser Unterschied wert ist.

Nach meinem Eindruck richtet sich AniFit an Halterinnen und Halter, die genau darauf achten – und die bereit sind, dafür mehr zu zahlen als für Supermarktfutter.

Welche Sorten bietet AniFit an?

AniFit bietet aktuell ausschließlich Nassfutter an – in Form von Dosen und Schalen. Dazu kommen ein paar Snacks und Zusätze (z. B. Kräuter, Öle). Die Sortenauswahl ist übersichtlich, aber durchdacht:

Hauptsorten (Auswahl):

  • Gockel’s Duett – Huhn mit Pute
  • Pferd mit Kürbis – Monoprotein, gut bei Allergien
  • Känguru & Ente – exotisch, proteinreich
  • Kalb & Pute – mager & leicht
  • Fisch & Huhn – hohe Akzeptanz bei mäkeligen Katzen
  • Schwedens Schmaus – Rind mit Gemüse, Klassiker

Die Dosen gibt’s in verschiedenen Größen (200 g, 400 g, 810 g) – ideal für Ein- oder Mehrkatzenhaushalte.

Dass es kein Trockenfutter gibt, ist eine bewusste Entscheidung des Herstellers. Für die Wasseraufnahme ist das eher ein Vorteil: Nassfutter bringt rund drei Viertel seines Gewichts als Flüssigkeit mit, und Katzen trinken von sich aus wenig.

Zusammensetzung & Nährwerte am Beispiel Gockel’s Duett

Laut Herstellerangaben besteht „Gockel’s Duett“ aus:

  • Fleischanteil: 99 % (Huhn und Pute)
  • Feuchtigkeit: ca. 75 %
  • Protein: ca. 11 %
  • Fettgehalt: ca. 6,5 %
  • Rohasche: ca. 2 %
  • Ballaststoffe: < 0,5 %
  • Kalzium-Phosphor-Verhältnis: ca. 1,3 : 1

Quelle: www.anifit.de (Herstellerseite)

Zwei Zahlen lohnen einen zweiten Blick. Die 11 % Protein sehen wenig aus, sind es aber nicht – sie beziehen sich auf das Futter samt Wasser. Rechnet man die Feuchtigkeit heraus, landet man bei rund 44 % in der Trockensubstanz. Das ist der Wert, mit dem man Nass- und Trockenfutter überhaupt erst vergleichen kann.

Und das Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 1,3 : 1 liegt im Bereich, den die FEDIAF-Richtlinien für ausgewachsene Katzen angeben. Bei einem Futter ohne zugesetzte Mineralien ist das keine Selbstverständlichkeit.

Mir gefällt, dass keine künstlichen Vitamine zugesetzt werden – die Nährstoffe stammen (nach Angaben von AniFit) aus den Zutaten selbst. Das ergibt Sinn, wenn die Rohstoffe hochwertig sind. Bei kranken oder alten Katzen würde ich die Versorgung trotzdem im Auge behalten, weil eine exakte Nährwerttabelle fehlt.

Für welche Katzen ist AniFit geeignet?

Nach meinem persönlichen Eindruck eignet sich das Futter besonders für:

  • Gesunde, ausgewachsene Katzen
  • Katzen mit Allergien oder Unverträglichkeiten (dank Monoprotein-Sorten)
  • Mäkelige Katzen (hohe Akzeptanz durch natürlichen Geschmack)
  • Kitten (ab ca. 4 Monate, mit angepasster Fütterung)
  • Senioren – mit ausreichend Fett und Protein, wenn kein Nierenproblem vorliegt

Der Ansatz passt vor allem für Halterinnen und Halter, die nicht selbst kochen oder barfen möchten, aber trotzdem genau wissen wollen, was im Napf liegt.

Wann ist AniFit die falsche Wahl?

Trotz der hochwertigen Zusammensetzung gibt es meiner Ansicht nach auch Einschränkungen:

  • Bei Nierenerkrankungen (CNI):
    Die meisten Sorten enthalten viel Protein & Phosphor – für gesunde Katzen top, bei CNI aber zu belastend.
  • Bei Übergewicht:
    Je nach Sorte ist der Fettgehalt relativ hoch. Für Diätkatzen wäre ein kalorienärmeres Futter besser geeignet.
  • Bei Bedarf nach exakt definierten Vitaminen:
    Da keine künstlichen Vitamine zugesetzt sind, fehlt eine exakte Nährwerttabelle – nicht ideal, wenn man gezielt supplementieren will.
  • Für reine Trockenfutter-Katzen:
    AniFit bietet (bewusst) kein Trockenfutter – was manche Halter:innen vermissen könnten.
  • Wenn der Preis eng ist:
    Ein Futter mit 99 % Fleisch kostet deutlich mehr als eines mit Nebenerzeugnissen. Ein Futter, das man sich auf Dauer nicht leisten kann, ist keine Lösung.

Mein Fazit zum AniFit-Test

Gemessen an der Deklaration gehört AniFit zu den offensten Nassfuttern, die ich mir angesehen habe: hoher, benannter Fleischanteil, keine Sammelbegriffe, keine Lockstoffe. Das ist der Punkt, an dem sich Futter unterscheidet – nicht das Etikett.

Zwei Dinge bleiben offen. Der Produktionsort ist nicht belegt, und eine vollständige Nährwerttabelle fehlt. Beides ist für eine gesunde Katze unerheblich und für eine kranke nicht.

Praktisch heißt das: Wenn deine Katze gesund ist und du bisher an der Deklaration verzweifelt bist, ist AniFit einen Versuch wert – am besten mit einer einzelnen Dose, bevor du einen Karton bestellst. Hat deine Katze CNI, Übergewicht oder Pankreatitis, sprich vorher mit deiner Tierarztpraxis. AniFit ist kein Diätfutter und ersetzt keine tierärztlich begleitete Fütterung.

Quellen & rechtlicher Hinweis

Die Angaben hier stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, vor allem von der Herstellerseite und aus dem dortigen Impressum:
https://www.anifit.de

Hinweis:
Dieser Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung und meine Erfahrungen mit AniFit Katzenfutter wider. Die Angaben zur Zusammensetzung stammen vom Hersteller und wurden zuletzt im August 2026 abgeglichen. Die Inhalte dienen ausschließlich der Information und ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte immer an deine Tierarztpraxis.

Nina Weber

Ich lebe seit 2014 mit Katzen zusammen. Milo, Luna und Felix haben mir ziemlich deutlich beigebracht, dass Katzenernährung selten nach Lehrbuch läuft: einer mäkelt, eine frisst alles, einer reagiert empfindlich.

MiloLunaFelix