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Katze trinkt zu wenig: Ursachen, Symptome & 10 bewÀhrte Tipps

01. Februar 2026 5 Min. Lesezeit 834 Woerter
NW

Nina Weber

Katzenbesitzerin seit 12 Jahren

📌 Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf persönlichen Erfahrungen als Halterin von drei Katzen, sorgfĂ€ltiger Recherche und frei zugĂ€nglichen Fachquellen. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierĂ€rztliche Beratung.

Katzen stammen ursprĂŒnglich aus trockenen WĂŒstengebieten – und das merkt man ihnen bis heute an. Viele Stubentiger trinken von Natur aus wenig, was bei reiner Trockenfutter-ErnĂ€hrung schnell zum Problem werden kann. Eine durchschnittliche Katze braucht etwa 200–300 ml Wasser pro Tag, doch die meisten nehmen deutlich weniger auf.

In diesem Ratgeber erfÀhrst du, warum Katzen oft zu wenig trinken, welche Warnsignale du erkennen solltest und mit welchen 10 praxiserprobten Tipps du die Wasseraufnahme deiner Katze verbessern kannst.

Warum trinken Katzen so wenig? Die Ursachen

Das geringe Trinkverhalten hat evolutionĂ€re GrĂŒnde. Die Vorfahren unserer Hauskatzen – die afrikanische Falbkatze – deckten ihren FlĂŒssigkeitsbedarf fast ausschließlich ĂŒber Beutetiere. Eine Maus besteht zu etwa 70–80 % aus Wasser. Dieses Verhalten ist genetisch verankert und erklĂ€rt, warum viele Katzen ihren Wassernapf links liegen lassen.

Weitere hÀufige Ursachen:

  • Trockenfutter als Hauptnahrung: Trockenfutter enthĂ€lt nur 8–10 % Feuchtigkeit – viel zu wenig, um den Bedarf zu decken
  • Standort des Napfs: Direkt neben dem Futter oder dem Katzenklo trinken Katzen ungern
  • Abgestandenes Wasser: Katzen bevorzugen frisches, bewegtes Wasser
  • Material des Napfs: Plastik kann einen Eigengeruch abgeben, den Katzen wahrnehmen
  • Gesundheitliche Probleme: Zahnschmerzen, Übelkeit oder Stress können das Trinken hemmen

Wie viel Wasser braucht eine Katze pro Tag?

Als Faustregel gilt: 40–60 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Eine 4 kg schwere Katze braucht also mindestens 160–240 ml tĂ€glich. Dabei zĂ€hlt die gesamte FlĂŒssigkeitsaufnahme – also auch Wasser aus dem Futter.

Gewicht Tagesbedarf gesamt Bei Nassfutter (ca. 80% Wasser) Bei Trockenfutter (ca. 10% Wasser)
3 kg 120–180 ml ~50 ml extra trinken ~150 ml extra trinken
4 kg 160–240 ml ~70 ml extra trinken ~200 ml extra trinken
5 kg 200–300 ml ~90 ml extra trinken ~250 ml extra trinken

Wichtig: Katzen, die ĂŒberwiegend Nassfutter fressen, nehmen bereits einen großen Teil des Bedarfs ĂŒber das Futter auf. Bei Trockenfutter-FĂŒtterung ist zusĂ€tzliches Trinken hingegen ĂŒberlebenswichtig.

Warnsignale: Woran erkennst du Dehydration?

FlĂŒssigkeitsmangel bleibt oft lange unbemerkt, kann aber ernsthafte Folgen haben. Achte auf diese Anzeichen:

  • Hautfalten-Test: Zieh vorsichtig eine Hautfalte am Nacken hoch. GlĂ€ttet sie sich nicht sofort zurĂŒck, ist das ein Alarmzeichen
  • Trockenes Zahnfleisch: Gesundes Zahnfleisch ist feucht und glĂ€nzend – trockenes oder klebriges Zahnfleisch deutet auf Dehydration hin
  • Eingesunkene Augen: Bei starkem FlĂŒssigkeitsmangel wirken die Augen eingefallen
  • Wenig Urin oder dunkler Urin: Konzentrierter, stark riechender Urin ist ein Warnsignal
  • TrĂ€gheit und Appetitlosigkeit: Dehydrierte Katzen wirken oft schlapp und desinteressiert

Bei diesen Symptomen solltest du umgehend zum Tierarzt gehen. Chronischer FlĂŒssigkeitsmangel kann zu Nierenerkrankungen, Harnwegsinfektionen und Blasensteinen fĂŒhren.

10 bewÀhrte Tipps: So trinkt deine Katze mehr

Tipp 1: Auf Nassfutter umstellen

Der effektivste Weg, die FlĂŒssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Hochwertiges Nassfutter enthĂ€lt ca. 80 % Wasser – eine 4-kg-Katze nimmt damit allein ĂŒbers Futter 150–200 ml auf.

Tipp 2: Mehrere Trinkstellen einrichten

Stelle mindestens 3–4 WassernĂ€pfe in verschiedenen RĂ€umen auf. Katzen trinken eher, wenn sie unterwegs zufĂ€llig auf Wasser stoßen. Platziere die NĂ€pfe abseits vom Futter und Katzenklo.

Tipp 3: Trinkbrunnen anbieten

Fließendes Wasser ist fĂŒr Katzen instinktiv attraktiver als stehendes. Ein Trinkbrunnen aus Keramik oder Edelstahl kann die Trinkmenge deutlich steigern. Meine Katze Luna trinkt seit dem Trinkbrunnen mindestens doppelt so viel.

Tipp 4: Wasser tÀglich frisch wechseln

Abgestandenes Wasser verliert Sauerstoff und kann Keime entwickeln. Wechsle das Wasser mindestens einmal – besser zweimal – tĂ€glich.

Tipp 5: Keramik- oder EdelstahlnÀpfe verwenden

Plastik kann einen Eigengeruch entwickeln und Bakterien beherbergen. Keramik oder Edelstahl sind hygienischer und geruchsneutral.

Tipp 6: Wasser mit etwas Geschmack

Ein Spritzer ungesalzene HĂŒhner- oder ThunfischbrĂŒhe (ohne Zwiebeln!) kann das Wasser attraktiver machen. Manche Katzen mögen auch einen kleinen Schuss Katzenmilch im Wasser.

Tipp 7: Breite, flache NÀpfe wÀhlen

Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare den Napfrand berĂŒhren („Whisker Fatigue“). Flache Schalen oder Untertassen werden oft besser angenommen als tiefe NĂ€pfe.

Tipp 8: Wasserspiele anbieten

Manche Katzen trinken gerne aus dem Wasserhahn. Wenn deine Katze das mag, lass den Hahn gelegentlich fĂŒr sie laufen – oder investiere in einen Trinkbrunnen.

Tipp 9: Nassfutter mit extra Wasser mischen

Ein einfacher Trick: FĂŒge 2–3 Esslöffel warmes Wasser zum Nassfutter hinzu. Die meisten Katzen fressen die „Soße“ mit, ohne es zu merken.

Tipp 10: EiswĂŒrfel als Spielzeug

Im Sommer kann ein EiswĂŒrfel im Wassernapf zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Wasser bleibt kĂŒhl und die Bewegung des EiswĂŒrfels weckt die Neugier.

Wann ist ein Tierarzt-Besuch nötig?

In folgenden FĂ€llen solltest du nicht lange experimentieren, sondern direkt zum Tierarzt:

  • Deine Katze trinkt seit mehr als 24 Stunden gar nichts
  • Der Hautfalten-Test zeigt deutliche Dehydration
  • ZusĂ€tzliche Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Fieber
  • Plötzlich extrem gesteigertes Trinken (kann auf Diabetes oder Nierenerkrankung hindeuten)

Mein Fazit: Seit ich bei meinen drei Katzen Milo, Luna und Felix komplett auf hochwertiges Nassfutter umgestellt und einen Trinkbrunnen aufgestellt habe, hat sich das Trinkverhalten enorm verbessert. Es sind oft die kleinen Änderungen, die den grĂ¶ĂŸten Unterschied machen.

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NW

Nina Weber

Katzenbesitzerin seit 12 Jahren

Seit Milo 2014 bei mir eingezogen ist, beschaeftige ich mich intensiv mit artgerechter Katzenernaehrung. Mit Luna und Felix kamen weitere Herausforderungen dazu: Milo ist waehlerisch, Luna frisst alles, Felix hat eine Futtermittelallergie. Drei Katzen, drei komplett verschiedene Beduerfnisse.

đŸ± Milo (seit 2014) đŸ˜ș Luna (seit 2018) 🐈 Felix (seit 2021)
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Tierarzt-Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite ersetzen keine professionelle tieraerztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Problemen wende dich bitte an deinen Tierarzt.

📌 Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf persönlichen Erfahrungen als Halterin von drei Katzen, sorgfĂ€ltiger Recherche und frei zugĂ€nglichen Fachquellen. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierĂ€rztliche Beratung.

Katzen stammen ursprĂŒnglich aus trockenen WĂŒstengebieten – und das merkt man ihnen bis heute an. Viele Stubentiger trinken von Natur aus wenig, was bei reiner Trockenfutter-ErnĂ€hrung schnell zum Problem werden kann. Eine durchschnittliche Katze braucht etwa 200–300 ml Wasser pro Tag, doch die meisten nehmen deutlich weniger auf.

In diesem Ratgeber erfÀhrst du, warum Katzen oft zu wenig trinken, welche Warnsignale du erkennen solltest und mit welchen 10 praxiserprobten Tipps du die Wasseraufnahme deiner Katze verbessern kannst.

Warum trinken Katzen so wenig? Die Ursachen

Das geringe Trinkverhalten hat evolutionĂ€re GrĂŒnde. Die Vorfahren unserer Hauskatzen – die afrikanische Falbkatze – deckten ihren FlĂŒssigkeitsbedarf fast ausschließlich ĂŒber Beutetiere. Eine Maus besteht zu etwa 70–80 % aus Wasser. Dieses Verhalten ist genetisch verankert und erklĂ€rt, warum viele Katzen ihren Wassernapf links liegen lassen.

Weitere hÀufige Ursachen:

  • Trockenfutter als Hauptnahrung: Trockenfutter enthĂ€lt nur 8–10 % Feuchtigkeit – viel zu wenig, um den Bedarf zu decken
  • Standort des Napfs: Direkt neben dem Futter oder dem Katzenklo trinken Katzen ungern
  • Abgestandenes Wasser: Katzen bevorzugen frisches, bewegtes Wasser
  • Material des Napfs: Plastik kann einen Eigengeruch abgeben, den Katzen wahrnehmen
  • Gesundheitliche Probleme: Zahnschmerzen, Übelkeit oder Stress können das Trinken hemmen

Wie viel Wasser braucht eine Katze pro Tag?

Als Faustregel gilt: 40–60 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Eine 4 kg schwere Katze braucht also mindestens 160–240 ml tĂ€glich. Dabei zĂ€hlt die gesamte FlĂŒssigkeitsaufnahme – also auch Wasser aus dem Futter.

Gewicht Tagesbedarf gesamt Bei Nassfutter (ca. 80% Wasser) Bei Trockenfutter (ca. 10% Wasser)
3 kg 120–180 ml ~50 ml extra trinken ~150 ml extra trinken
4 kg 160–240 ml ~70 ml extra trinken ~200 ml extra trinken
5 kg 200–300 ml ~90 ml extra trinken ~250 ml extra trinken

Wichtig: Katzen, die ĂŒberwiegend Nassfutter fressen, nehmen bereits einen großen Teil des Bedarfs ĂŒber das Futter auf. Bei Trockenfutter-FĂŒtterung ist zusĂ€tzliches Trinken hingegen ĂŒberlebenswichtig.

Warnsignale: Woran erkennst du Dehydration?

FlĂŒssigkeitsmangel bleibt oft lange unbemerkt, kann aber ernsthafte Folgen haben. Achte auf diese Anzeichen:

  • Hautfalten-Test: Zieh vorsichtig eine Hautfalte am Nacken hoch. GlĂ€ttet sie sich nicht sofort zurĂŒck, ist das ein Alarmzeichen
  • Trockenes Zahnfleisch: Gesundes Zahnfleisch ist feucht und glĂ€nzend – trockenes oder klebriges Zahnfleisch deutet auf Dehydration hin
  • Eingesunkene Augen: Bei starkem FlĂŒssigkeitsmangel wirken die Augen eingefallen
  • Wenig Urin oder dunkler Urin: Konzentrierter, stark riechender Urin ist ein Warnsignal
  • TrĂ€gheit und Appetitlosigkeit: Dehydrierte Katzen wirken oft schlapp und desinteressiert

Bei diesen Symptomen solltest du umgehend zum Tierarzt gehen. Chronischer FlĂŒssigkeitsmangel kann zu Nierenerkrankungen, Harnwegsinfektionen und Blasensteinen fĂŒhren.

10 bewÀhrte Tipps: So trinkt deine Katze mehr

Tipp 1: Auf Nassfutter umstellen

Der effektivste Weg, die FlĂŒssigkeitsaufnahme zu erhöhen. Hochwertiges Nassfutter enthĂ€lt ca. 80 % Wasser – eine 4-kg-Katze nimmt damit allein ĂŒbers Futter 150–200 ml auf.

Tipp 2: Mehrere Trinkstellen einrichten

Stelle mindestens 3–4 WassernĂ€pfe in verschiedenen RĂ€umen auf. Katzen trinken eher, wenn sie unterwegs zufĂ€llig auf Wasser stoßen. Platziere die NĂ€pfe abseits vom Futter und Katzenklo.

Tipp 3: Trinkbrunnen anbieten

Fließendes Wasser ist fĂŒr Katzen instinktiv attraktiver als stehendes. Ein Trinkbrunnen aus Keramik oder Edelstahl kann die Trinkmenge deutlich steigern. Meine Katze Luna trinkt seit dem Trinkbrunnen mindestens doppelt so viel.

Tipp 4: Wasser tÀglich frisch wechseln

Abgestandenes Wasser verliert Sauerstoff und kann Keime entwickeln. Wechsle das Wasser mindestens einmal – besser zweimal – tĂ€glich.

Tipp 5: Keramik- oder EdelstahlnÀpfe verwenden

Plastik kann einen Eigengeruch entwickeln und Bakterien beherbergen. Keramik oder Edelstahl sind hygienischer und geruchsneutral.

Tipp 6: Wasser mit etwas Geschmack

Ein Spritzer ungesalzene HĂŒhner- oder ThunfischbrĂŒhe (ohne Zwiebeln!) kann das Wasser attraktiver machen. Manche Katzen mögen auch einen kleinen Schuss Katzenmilch im Wasser.

Tipp 7: Breite, flache NÀpfe wÀhlen

Katzen mögen es nicht, wenn ihre Schnurrhaare den Napfrand berĂŒhren („Whisker Fatigue“). Flache Schalen oder Untertassen werden oft besser angenommen als tiefe NĂ€pfe.

Tipp 8: Wasserspiele anbieten

Manche Katzen trinken gerne aus dem Wasserhahn. Wenn deine Katze das mag, lass den Hahn gelegentlich fĂŒr sie laufen – oder investiere in einen Trinkbrunnen.

Tipp 9: Nassfutter mit extra Wasser mischen

Ein einfacher Trick: FĂŒge 2–3 Esslöffel warmes Wasser zum Nassfutter hinzu. Die meisten Katzen fressen die „Soße“ mit, ohne es zu merken.

Tipp 10: EiswĂŒrfel als Spielzeug

Im Sommer kann ein EiswĂŒrfel im Wassernapf zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Wasser bleibt kĂŒhl und die Bewegung des EiswĂŒrfels weckt die Neugier.

Wann ist ein Tierarzt-Besuch nötig?

In folgenden FĂ€llen solltest du nicht lange experimentieren, sondern direkt zum Tierarzt:

  • Deine Katze trinkt seit mehr als 24 Stunden gar nichts
  • Der Hautfalten-Test zeigt deutliche Dehydration
  • ZusĂ€tzliche Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Fieber
  • Plötzlich extrem gesteigertes Trinken (kann auf Diabetes oder Nierenerkrankung hindeuten)

Mein Fazit: Seit ich bei meinen drei Katzen Milo, Luna und Felix komplett auf hochwertiges Nassfutter umgestellt und einen Trinkbrunnen aufgestellt habe, hat sich das Trinkverhalten enorm verbessert. Es sind oft die kleinen Änderungen, die den grĂ¶ĂŸten Unterschied machen.